Woher kommt mein Gold?
Ich habe in den letzten Jahren so viele Waschgänge unternommen, dass "Gold finden" für mich fast schon der langweilige Teil geworden ist. Spannend wird es immer dann, wenn ich mir die Frage stelle, die kaum jemand wirklich ausreizt. Woher kommt dieses Gold - primär, im Gebirge, bevor es im Bach landet? Genau dafür ist mein Motor-Getriebe-Leitungen-Bühne-Fallen-Deckel-Modell gemacht. Es zwingt mich, nicht nur das Ergebnis (Goldkorn) zu feiern, sondern den Prozess zu rekonstruieren.
Übrigens, als Link anbei mein Setting für das varizsiche Gebirge - wer lesen möchte.
Mein Gold Setting für den bayerischen Wald
Unter dem Mikroskop zeigt das Gold genau das, was ich an "ehrlichem" Bachgold mag, nämlich kantige bis knautschige Formen, Falten, Kanten, kleine Hohlräume und lokal anhaftende Fremdpartikel. Das ist wichtig, weil es zwei Dinge gleichzeitig sagt, erstens ist das Korn nicht "totpoliert" wie Seifenkiesel, was eher für begrenzte mechanische Rundung spricht. Zweitens kann ein anhaftender Film (Feinminerale, Oxide, Sulfidstaub) die RFA-Lesung beeinflussen, deshalb messe ich konsequent beide Seiten mit einer Drehung von 0/90/180° und schaue auf Konsistenz, nicht auf einen Einzelwert, dass habe ich bereits schon mehrmals geschrieben - im Blog bitte nachlesen.
Mein Gold Setting für den bayerischen Wald
Unter dem Mikroskop zeigt das Gold genau das, was ich an "ehrlichem" Bachgold mag, nämlich kantige bis knautschige Formen, Falten, Kanten, kleine Hohlräume und lokal anhaftende Fremdpartikel. Das ist wichtig, weil es zwei Dinge gleichzeitig sagt, erstens ist das Korn nicht "totpoliert" wie Seifenkiesel, was eher für begrenzte mechanische Rundung spricht. Zweitens kann ein anhaftender Film (Feinminerale, Oxide, Sulfidstaub) die RFA-Lesung beeinflussen, deshalb messe ich konsequent beide Seiten mit einer Drehung von 0/90/180° und schaue auf Konsistenz, nicht auf einen Einzelwert, dass habe ich bereits schon mehrmals geschrieben - im Blog bitte nachlesen.
| Waschgold - Torsten Marx |
Das Gold ist klar Gold-Silber-dominiert, also Elektrum-Tendenz. Das ist nichts Exotisches, aber es ist wichtig!
Silber im Gold ist in vielen hydrothermalen Systemen ganz normal und passt gut zu strukturgebundenen Gangmilieus.
Silber im Gold ist in vielen hydrothermalen Systemen ganz normal und passt gut zu strukturgebundenen Gangmilieus.
Bei Waschgold gibt es Spur-Elemente, die im Spektrum verführerisch aussehen, aber bei genauer Betrachtung oft auf Flanken, Untergrund oder Überlagerungen sitzen. Deshalb mache ich es traditionell mit Isopropanol sauber. Spur-Elemente sind Hinweise, keine Beweise, solange sie nicht stabil und klar als Peak erkennbar sind und sich wiederholen.
Außerdem zeigt das Gold deutlich, es trägt silikatischen Belag. Das klingt vielleicht etwas banal, ist es aber nicht. Das Au-Waschgold kommt aus dem Sediment, aus feinen Rissen, aus Mikro-Nischen und natürlich haftet dort Quarz- oder Ton-Staub an.
Genau dieser Staub ist wie eine kleine "Postkarte" aus dem Umfeld.
Die kleine aber feine Au-Ausbeute habe ich euch als Bilder gepostet und ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass für mich die wichtigste Konsequenz ist, ich benutze das Gold nicht, um ein oder das Wirtsgestein zu beweisen, sondern um mir eine Arbeitshypothese zu bauen, die ich geologisch für mich vertreten kann.
Außerdem zeigt das Gold deutlich, es trägt silikatischen Belag. Das klingt vielleicht etwas banal, ist es aber nicht. Das Au-Waschgold kommt aus dem Sediment, aus feinen Rissen, aus Mikro-Nischen und natürlich haftet dort Quarz- oder Ton-Staub an.
Genau dieser Staub ist wie eine kleine "Postkarte" aus dem Umfeld.
| Waschgold - primäre Struktur - Torsten Marx |
| Waschgold - primäre Struktur - Torsten Marx |
| Waschgold - primäre Struktur - Torsten Marx |
| Waschgold - primäre Struktur - Torsten Marx |
| Waschgold - primäre Struktur - Torsten Marx |
Die kleine aber feine Au-Ausbeute habe ich euch als Bilder gepostet und ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass für mich die wichtigste Konsequenz ist, ich benutze das Gold nicht, um ein oder das Wirtsgestein zu beweisen, sondern um mir eine Arbeitshypothese zu bauen, die ich geologisch für mich vertreten kann.
Wenn ich alle RFA-Daten zusammennehme und das Ganze in mein Modell einordne, dann ergibt sich eine Richtung, die geologisch sehr gut Sinn macht, nämlich Phyllitische Schiefer / schiefrige metasedimentäre Abfolgen als Bühne, entlang eines Strukturkorridors.
Ihr Lieben, ich hab immer versucht mein Gold-Blog auf hohen Au-Niveau zu betreiben und das was ich jetzt schreibe, liest man im deutschsprachigen Au-Community-Raum nicht, also mir ist nichts bekannt.
Schieferige Gesteine sind ein perfektes Getriebe, Phyllite haben nämlich eine ausgeprägte Schieferung, Kompetenzkontraste und eine natürliche Neigung, entlang von Flächen zu "arbeiten".
Genau das erzeugt und reaktiviert Durchlässigkeit. Für Fluide ist das ideal, sie brauchen keine großen "Kathedralen", sie brauchen ein fein verzahntes Getriebe.
Phyllite sind eine reaktive Bühne. Sie können chemisch reagieren, über Eisen-Puffer, Redox-Wechsel, Sulfidation und feine Bindungsstellen. Das ist der Punkt, den viele unterschätzen.
Gold fällt nicht nur "im Quarz" aus - Quarz ist oft nur der sichtbare Rahmen. Die Metallbindung passiert sehr häufig dort, wo die Matrix mitspielt.
Strukturen und Bühne ergeben Fallen. Wenn Leitungen (Brüche, kleine Gangbahnen, Störungszonen) diese Bühne schneiden, entstehen Fallen, Dilatanzräume, Kreuzungen, kleine Jogs, reaktive Lagen.
Dort wird aus "Transport" plötzlich "Ablagerung" und genau dort sitzt in vielen Systemen Pyrit/Arsenopyrit als Metallfänger, Gold kann dann fein gebunden sein, nicht zwingend als sichtbare Ader im Quarz.
Mein Fazit ist bewusst konservativ formuliert
Dieses Waschgold passt als Arbeitshypothese am besten zu einem strukturgebundenen System in phyllitischen Schiefern. Der auf den Au liegende Belag spricht eher für ein schiefriges, silikatisch-toniges Umfeld, und das Modell "Struktur und reaktive Bühne" erklärt plausibel, warum Gold dort entstehen und später im Sediment auftauchen kann.
Ihr Lieben, ich hab immer versucht mein Gold-Blog auf hohen Au-Niveau zu betreiben und das was ich jetzt schreibe, liest man im deutschsprachigen Au-Community-Raum nicht, also mir ist nichts bekannt.
Schieferige Gesteine sind ein perfektes Getriebe, Phyllite haben nämlich eine ausgeprägte Schieferung, Kompetenzkontraste und eine natürliche Neigung, entlang von Flächen zu "arbeiten".
Genau das erzeugt und reaktiviert Durchlässigkeit. Für Fluide ist das ideal, sie brauchen keine großen "Kathedralen", sie brauchen ein fein verzahntes Getriebe.
Phyllite sind eine reaktive Bühne. Sie können chemisch reagieren, über Eisen-Puffer, Redox-Wechsel, Sulfidation und feine Bindungsstellen. Das ist der Punkt, den viele unterschätzen.
Gold fällt nicht nur "im Quarz" aus - Quarz ist oft nur der sichtbare Rahmen. Die Metallbindung passiert sehr häufig dort, wo die Matrix mitspielt.
Strukturen und Bühne ergeben Fallen. Wenn Leitungen (Brüche, kleine Gangbahnen, Störungszonen) diese Bühne schneiden, entstehen Fallen, Dilatanzräume, Kreuzungen, kleine Jogs, reaktive Lagen.
Dort wird aus "Transport" plötzlich "Ablagerung" und genau dort sitzt in vielen Systemen Pyrit/Arsenopyrit als Metallfänger, Gold kann dann fein gebunden sein, nicht zwingend als sichtbare Ader im Quarz.
Mein Fazit ist bewusst konservativ formuliert
Dieses Waschgold passt als Arbeitshypothese am besten zu einem strukturgebundenen System in phyllitischen Schiefern. Der auf den Au liegende Belag spricht eher für ein schiefriges, silikatisch-toniges Umfeld, und das Modell "Struktur und reaktive Bühne" erklärt plausibel, warum Gold dort entstehen und später im Sediment auftauchen kann.
Aber, was ich ausdrücklich noch sagen möchte, ist, ein Goldkorn allein beweist das Wirtsgestein nicht.
Wenn ich die Herkunft wirklich "festnageln" will, brauche ich die Bühne als Probe und die habe ich bisher für dieses Waschgold noch nicht gefunden.
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